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Unsere Vorschule

Die Vorschule

Die Vorschule : eine Besonderheit des französischen Bildungssystems

Die Vorschule, die französische Version der Betreuung von Kindern im Alter von 3 bis 5 Jahren, unterscheidet sich insofern von den Betreuungssystemen der meisten anderen Länder und insbesondere vom deutschen, als dass sie bereits eine Form von Schule ist.

Wie auch für die anderen Zyklen der französischen Schulen im Ausland, die Mitglieder des Netzwerkes der AEFE* sind, gilt für das Grundschulprogramm, dass es mit den Programmen der französischen Education Nationale konform geht und nach genauen Zielvorgaben arbeitet.

Die Lehrpläne sind in den französischen Schulen weltweit identisch. So wird ein Kind, das im laufenden Schuljahr vom Lycée Français de Düsseldorf an das Lycée Français de Shanghai oder von New York wechselt, sich dort sofort in einem ihm vertrauten schulischen Umfeld wiederfinden.

Die Education Nationale definiert 5 Hauptsäulen. Ab der Petite Section (Klasse der 3-jährigen Kinder) wird an den beiden Säulen „Entwicklung zum Schüler/zur Schülerin“ sowie an der Festigung der sprachlichen Fertigkeiten gearbeitet. Für Kinder dieses Alters findet die Sprachvermittlung in erster Linie spielerisch statt.

Bei der Festigung der Sprachkompetenz handelt es sich um den Erwerb einer Basiskompetenz, und dies gilt ganz besonders in einem Lycée français im Ausland, in dem ein beträchtlicher Teil der Schüler und Schülerinnen erst mit dem Eintritt in die Schule die französische Sprache entdeckt. Unter den 26 Kindern der Petite Section (Schuljahr 2018) beispielsweise, finden sich nur 4 mit rein französischer Herkunft; die anderen stammen aus bi-nationalen, meist deutsch-französischen Familien, aber auch solche mit russischen, chinesischen, persischen, tunesischen, marokkanischen oder brasilianischen Wurzeln.

Altersgetrennte Gruppen

Die Kinder werden in altersgetrennten Gruppen unterrichtet, was eine Besonderheit im Vergleich zu anderen Bildungssystemen wie beispielsweise dem deutschen Kindergarten darstellt.

Die Vorschule besteht aus drei Klassen:

  • Petite Section (PS) für Kinder ab 3 Jahren,
  • Moyenne Section (MS) für Kinder ab 4 Jahren,
  • Grande Section (GS) für Kinder ab 5 Jahren.
Der Wechsel von der Vorschule in die Grundschule

Ein Austausch zwischen den unterschiedlichen Gruppen untereinander innerhalb der Vorschule bzw. zwischen jüngeren und älteren Kindern wird befördert.

Die räumliche Nähe von Vor- und Grundschule sowie der Kontakt zu den größeren Kindern führen dazu, dass die jüngeren Vorschüler/innen sich in der Schule rasch zu Hause fühlen. Ein vereinfachter Wechsel aus der Grande Section (GS) in die 1. Klasse sorgt für einen entspannten Schulstart, da die Erstklässler die Lehrerin und den Klassenraum bereits kennen!

 Unsere Lehrkräfte

Alle Lehrer und Lehrerinnen der Vorschule sind im Besitz eines Diploms des französischen Ministeriums. 

Jede/r Lehrer/in wird in der Klasse von einer/einem pädagogischen Assistentin/Assistenten für kleine Kinder unterstützt.

Ab der Petite Section lernen die Kinder stundenweise auch Deutsch, in der Moyenne und Grande Section auch Englisch.

Jenen Kindern, deren Muttersprache nicht Französisch ist, steht ein Lehrer für Französisch als Fremdsprache zur Seite.

Nähere Informationen zum Unterricht von Sprachen in der Vorschule finden Sie hier: L’enseignement des langues à la maternelle

Eltern und Lehrerinnen/Lehrer tauschen sich selbstverständlich regelmäßig aus, darunter 3 Mal im Schuljahr zur regulären Evaluierung.

Unsere Pädagogik

In den ersten drei Jahren der Maternelle werden die sozialen Kompetenzen der Kinder ausgebaut, die Grundlagen im Rechnen, in der bildenden Kunst (Schreiben und Gestalten) und in der Sprache (Singen und Lesen) vermittelt sowie die motorischen Fähigkeiten gefördert.

Wie auch für die anderen Zyklen in den französischen Schulen im Ausland, die Mitglieder des Netzwerks der AEFE sind, gilt für das Grundschulprogramm, dass es mit den Programmen der französischen Education Nationale konform geht und nach genauen Zielvorgaben arbeitet.

Die Lehrkräfte des LfdD sind mit der kulturellen und sprachlichen Vielfalt der Kinder vertraut und bieten ihnen spielerische Aktivitäten an, die sich an den Interessen der Kinder orientieren.

Die Lehrkräfte haben die Möglichkeit, innerhalb der Klasse kleinere Arbeitsgruppen zu bilden, um den Erwerb bestimmter Kompetenzen, speziell im sprachlichen Bereich, zu fördern.

Darüberhinaus wird der Austausch mit den älteren Kindern durch die räumliche Nähe von Vorschule, Grundschule und Sekundarstufe befördert. So bieten die Schüler/innen der Sekundarstufe II beispielsweise Aktivitäten für jüngere Schüler/innen auf dem Schulhof an. Die Schüler/innen der CM2 (Klasse 5) begleiten sportliche Aktivitäten der Vorschüler/innen, gestalten mit ihnen gemeinsam ein Album etc.

Ein System mit bewährter Struktur

Die Tage folgen einem bestimmten Stundenplan und bieten den Kindern somit eine geregelte Tagesstruktur, an der sie sich orientieren und auf die sie sich verlassen können. Lernen, mit diesem Rhythmus zu gehen, ihn zu respektieren, bedeutet schon ein stückweit Schüler werden. Auch werden die Kinder so an die Regeln eines guten Miteinanders herangeführt, die auch sportlich vermittelt werden: jeden Tag machen die Kinder Sport; spielerisch aber auch mit Regeln.

Ein weiteres Ritual, das die Kinder schnell verinnerlichen,  erfolgt über das « cahier de vie » oder « cahier de classe ». Diese Schulkladde wird reihum von den Kindern mit nach Hause genommen und ermöglicht den Austausch zwischen zu Hause und Schule.

Dieses Heft skizziert die wichtigen Ereignisse und Erlebnisse der Kinder in der Schule. Die zu den Fotos passenden Texte werden von den Kindern selbst diktiert und von der/dem Lehrerin/Lehrer aufgeschrieben.

Zu Hause können die Kinder dann festhalten – mit Zeichnungen, Fotos, kleinen Texten, die sie mit ihren Eltern schreiben, … – was sie außerhalb der Schule erlebt haben. Die Kinder der Moyenne und Grande Section haben solch eine Kladde auch auf deutsch.

Diese „Cahiers“ sind ganz wertvolle Erzeugnisse für die Kinder selbst, für ihre Eltern und für die Lehrer/innen, weil sie ein ganzes Schuljahr im Leben des Kindes widerspiegeln.

Sprachen als Teil der Integration

Der Erwerb der deutschen Sprache in kleinen Gruppen (6-7 Kinder) spielt mit 160 Minuten pro Woche eine wichtige Rolle.

Dieser Unterricht ist natürlich dem Sprachniveau der Kinder angepasst, je nach dem, ob sie bereits Deutsch sprechen oder die Sprache neu lernen. Die/Der Deutschlehrer/in arbeitet eng mit den Klassenlehrer(inne)n zusammen, und greift bereits aus dem Unterricht bekannte Themen auf, um das Verständnis zu erleichtern.

Ab der Moyenne Section profitieren die Kinder am LfdD von 2 Einheiten auf Englisch pro Woche.

Wer in Düsseldorf lebt, kommt auch in den Genuss der hiesigen Feste und Bräuche. Zu Sankt Martin und Karneval zum Beispiel sind unsere Vorschulkinder voller Enthusiasmus dabei.

Das Vorbereiten der Aufführungen zum Weihnachtsfest und Neujahr in Form von Projekten rund um bestimmte Themen, erlaubt es auf spielerische Art mit den Kindern zu arbeiten. Die Eltern sind jedes Jahr beeindruckt ob der Darbietung ihrer Kinder.

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